Stadtreparatur

Röösli Architekten AG
17. Oktober 2019
Foto: Regine Giesecke

Mit dem Bau der Häuser an der Kirchenstrasse 3+5 in Zug wurde 1437 begonnen. Im 17. Jahrhundert erhielten sie ihr heutiges Volumen. 1937 wurden ihre Fassaden grundlegend umgestaltet. Nun haben Röösli Architekten die Liegenschaften saniert und modernisiert. Patrick Röösli spricht mit uns über das Projekt.

Name des Bauwerks Kolingeviert Zug
Ort Kolinplatz 19, Kirchenstrasse 3+5, 6300 Zug
Nutzung Läden im Erdgeschoss, darüber Wohnungen
Auftragsart Referenzensubmission 
Bauherrschaft Einwohnergemeinde Stadt Zug
Architektur Röösli Architekten AG, Zug
Jahr der Fertigstellung 2018
Gesamtkosten BKP 1-9 CHF 7,72 Mio.
Gebäudevolumen 3'065 m3
Fotos Regine Giesecke
Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?

Interessant war die gleichzeitige Modernisierung und Sanierung von drei Altstadtliegenschaften. Dabei beachteten wir die Individualität der einzelnen Häuser und erarbeiteten insbesondere im Ausbau gestalterische Synergien.

Während der Demontagearbeiten entdeckten wir zu unserer völligen Überraschung ein bisher verborgenes Wandgemälde. Dieses wurde sorgfältig restauriert, und wir mussten, da es sich auf einer Brandmauer befand, unser Brand- und Schallschutzkonzept nochmals überarbeiten.

Foto: Regine Giesecke
Foto: Regine Giesecke
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?

Vor Ort und mittels der erstellten Aufnahmepläne machten wir uns ein genaues Bild vom Bestand. Dabei unterschieden wir zwischen der wertvollen Bausubstanz der Primärkonstruktion und weniger bedeutenden Teilen. Auf dieser Grundlage gestalteten wir Wohnungen, die dem Bestand entsprechen und gerecht werden. Weiter fanden wir schöne alte Ausstattungen, zum Beispiel Pressfurniere und Brusttäfer. Es entstanden Wohnungen mit stilistischer Prägung aus verschiedenen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts.

Gab es bedeutende Projektänderungen vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk?

Nach erfolgter Baueingabe – die Instruktion der Auftraggeberin war, das Vorprojekt möglichst unverändert zu übernehmen – untersuchten wir die Liegenschaften nochmals auf ihre Qualitäten. Wir konnten das Projekt vereinfachen und insbesondere die infolge verschiedener Umbauten verunklärte Dachlandschaft beruhigen. Heute zeigt sie wieder ein für Zug typisches Bild. Weiter machten wir verborgene Aussenräume in einem geschlossenen Innenhof und hinter einer Aufzugslukarne neu für Wohnzwecke nutzbar.

Wie gliedert sich das Gebäude in die Reihe der bestehenden Bauten des Büros ein?

Die Liegenschaften am Kolingeviert gehören einer ganzen Serie von sanierten Altbauten, an denen wir gearbeitet haben. Bei all diesen Projekten haben wir die Qualitäten der alten Häuser mit ihren kraftvollen, früher üblichen räumlichen Ausstattungen wieder sichtbar gemacht.

Foto: Regine Giesecke
Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?

Nein, vielmehr arbeiten wir bewusst an einem Gegentrend. Wir wollen weg von Wohnungen mit uniformen, weissen Räumen und irgendwelchen teuren Parkettböden hin zu solchen mit reichen Farben, abwechslungsreichen Formen und schönen Ornamenten.

Welches Produkt oder Material hat zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?

Traditionelle Materialien wie zum Beispiel Massivparkett oder Kratzputz; hervorragende handwerkliche Fertigkeiten bei der Verarbeitung dieser Baustoffe trugen wesentlich zum Gelingen des Gesamtwerks bei.

Schwarzplan
Grundriss 1. Obergeschoss
Schnitt

Vorgestelltes Projekt

ADEPT

Cortex Park

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