David Chipperfield Architects

Città delle Culture

 Jenny Keller
19. Dezember 2014
Die Città delle Culture ist Teil der von der Stadt Mailand gewählten Strategie, aufgegebene Immobilien zu «verwerten». Für den Entwurf zeichnen David Chipperfield Architects verantwortlich.
Die neue Stadtplanungsstrategie schränkt eine Einschränkung der Bodennutzung an. Umnutzung statt Naubau könnte man sagen. Die einstige Fabrikhallen von Ansaldo in der Via Bergognone in der Zona Tortona wurde 1999 dazu auserkoren, sich von einem Stück der  Industriearchäologie aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts in «die Stadt der Kulturen» zu verwandeln.

Die ursprüngliche Anlage aus dem Jahr 1904 ist auf das Unternehmen des Automobilherstellers Roberto Züst zurückzuführen. Bereits 1908 wurden die Werkhallen von der AEG für die Herstellung von elektrischen Komponenten und Dynamos übernommen und gelangten 1966 nach einer Reihe weiterer Wechsel in den Besitz der Gruppe Finmeccanica-Ansaldo, die hier die Herstellung von Lokomotiven und Eisen- und Strassenbahnwaggons betrieb.
 
David Chipperfield gewann den ausgeschriebenen Wettbewerb für die «Città delle Culture» 2001. Die Jury erachtete das Pojekt des international berühmten Architekten als die Lösung, die «die Beziehung zwischen Neu und Alt am besten und ohne Dissonanzen umsetzt und dabei ihre Werte in einem nicht einfachen Kontext sucht». Die Idee des Planers besteht im Wesentlichen in der Sanierung der langen Ziegelwand des Gebäudes – in dem eine Sequenz von Räumlichkeiten für das Archäologische Museum, das Casva, die Marionettenwerkstatt Colla und die Filmschule gewonnen wird. Zur Via Tortona sieht der Entwurf eine zur Innenseite hin offene Kolonnade aus Zement vor sowie einen neuen Bereich für das Zentrum der aussereuropäischen Kulturen. Dieses neue Volumen soll zum Sinnbild für den gesamten Baueingriff werden: ein grosser gewellter Korpus voller Licht.
Derzeit sind die Arbeiten zu 90% fertiggestellt, sämtliche Strukturen sind vollendet, nur die Inneneinrichtung fehlt. Mal sehen, ob sich zur Möbelmesse im nächsten April schon etwas Bemerkenswertes in diese Richtung getan haben wird.

Auftraggeber
Stadt Mailand – Leitung Museumswesen
Planer
David Chipperfield Architects: David Chipperfield Giuseppe Zampieri, Cristiano Billia, Oliver Ulmer; Projektverantwortliche: C. Billia, G. Sirica, O. Ulmer; Ansprechpartner sind die Architekten: PiùArch (Ausschreibung), F&P Architetti; Architekturberater: Alberto Izzo & Partners
Modelle
David Chipperfield Architects, A-Models, Metthew Marchbank, Vista Models
Beleuchtungstechnik
Ove Arup & Partners, Mario Nanni Progettista
Kostenanschläge und Kalkulationen
Tim Gatehouse Associates, F & P Cantieri
Künstlerische Leitung
David Chipperfield Architects und Italsocotec (Berater)
Bauleitung
Stadt Mailand, Zentralleitung Technik
Stahlstrukturen und Fassaden
Stahlbau Pichler GmbH, Bozen (I)
Unternehmen
Consorzio Cooperativa Costruzioni: Ansaldo 2011 bestehend aus Cooperativa di Costruzioni Lavoranti e Muratori, Società Cooperativa Muratori Sterratori ed Affini für die Bauarbeiten und die Fertigbearbeitungen; Stahlbau Pichler für sämtliche Stahlstrukturen und die Fassaden; Gemmo Impianti für die elektrischen und speziellen Anlagen; Cooperativa Cefla für die mechanischen Anlagen.
Strukturen: Sajni & Zambetti.
Anlagen: Manens Intertecnica, Ove Arup & Partners
 
Zeitliche Abläufe
1999-2000 Ausschreibung; 2001-2007 Planung; 2008-2013 Realisierung

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