Endlich eine Mexikanerin!

Manuel Pestalozzi
20. Februar 2018
Serpentine Pavilion 2018 von Frida Escobedo, Taller de Arquitectura. Bild: Atmósfera

Die mexikanische Architektin Frida Escobedo wird als bisher jüngste Eingeladene den Serpentine-Pavillon 2018 entwerfen. Es ist zu hoffen, dass dadurch die Entwurfstätigkeit des Landes die Aufmerksamkeit erhält, die sie eigentlich verdient.

Mit Jahrgang 1979 ist Frida Escobedo die Jüngste in der Reihe der Architektinnen und Architekten, die einen temporären Pavillon auf dem Rasen der Serpentine Gallery in Londons Kensington Gardens entwerfen durften. Sie betreibt ihren Taller de Arquitectura in Mexiko-Stadt und ist primär bekannt für ihre dynamischen Projekte zur Animierung öffentlicher Räume.
 
Der Pavillon wird die Form eines geschlossenen Hofs erhalten, der sich aus zwei rechteckigen zueinander leicht verdrehten Einfassungen zusammensetzt. Die Ausrichtungen stehen im Zusammenhang mit der Ostfassade der Serpentine Gallery und dem Nullmeridian in Greenwich. Die Mexikanerin wird britische Baumaterialien verwenden, die einen dunkeln Farbton und raue Oberflächen aufweisen. Für eine Celosia – eine Massivwand mit Gitterstruktur, die traditionelle mexianische Methode zur Durchlüftung von Innenräumen – kommen Beton-Dachziegel zum Einsatz. Das architektonische Element erlaubt Blickbezüge zur umliegenden Parklandschaft. Diese wird zudem reflektiert durch eine spiegelblanke Dachuntersicht und einen kleinen dreieckigen Teich, der in den Boden eingelassen ist.

​Der Pavillon wird vom 15 Juni bis am 7. Oktober 2018 zu besuchen sein. Er bietet eine gute Gelegenheit, sich eingehend mit der aktuellen Architektur in Mexiko auseinanderzusetzen. Regelmässig erhält man von dort Nachrichten über innovative Konzepte und interessante konstruktive Einfälle, ohne dass dies in der globalen Architektuszene hohe Wellen schlagen würde.

Frida Escobedo. Bild: Cuauhtemoc García

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