Visionen für Berns Westen

Manuel Pestalozzi
20. Januar 2020
Im Zuge des Verdichtungsprozesses im Bereich des EPS Ausserholligen in Bern sollen auch neue Hochhäuser entstehen. (Visualisierung © Stadt Bern)

Im Entwicklungsschwerpunkt (EPS) Ausserholligen im Westen der Stadt Bern soll die Verdichtung vorangetrieben werden. Im Frühjahr 2020 wird der Studienauftrag zur Entwicklung eines grossen Areals zwischen den Bahnlinien nach Fribourg und Kerzers lanciert.

Der ESP Ausserholligen ist gemäss dem Stadtentwicklungskonzept der Stadt Bern «STEK2016» ein potenzielles Verdichtungsgebiet. Vieles hat sich auf dem Gelände am Ende des Güterbahnhofs, das vom Viadukt der Autobahn 12 nach Fribourg überquert wird, schon getan: Der neue Europaplatz erhielt mehrere Auszeichnungen, das «Haus der Religionen» nebenan erregte Aufmerksamkeit und der Architekturwettbewerb um die Gestaltung eines neuen Campus der Berner Fachhochschule nördlich der Bahngleise wurde entschieden.

Das nun ins Visier genommene dreiecksförmige Areal befindet sich nördlich vom Europaplatz, zwischen den beiden Bahnlinien, die nach Fribourg und Kerzers führen und sich an seinem östlichen Rand verzweigen. Es wird heute von zwei Grundeigentümerinnen, Energie Wasser Bern (ewb) und dem Bahnbetreiber BLS, vorwiegend gewerblich genutzt. Zukünftig soll es in einen dichten, lebendigen und durchlässigen Quartierbaustein transformiert werden. Büro- und Wohnnutzungen sowie öffentlich zugängliche Erdgeschosse mit Dienstleistungsangeboten sollen das Areal beleben. Der geplante neue Hauptsitz von Energie Wasser Bern soll überdies Teil dieser neuen Arbeits- und Lebenswelt sein. Der BLS-Baudienststützpunkt indes zieht aus. Dadurch wird Raum frei für einen weiteren Neubau mit breitem Nutzungsmix, welcher das Areal im Nordosten abschliessen wird. Er solle ein wichtiges Scharnier zwischen dem Europaplatz und den weiteren Entwicklungsgebieten im ESP Ausserholligen werden, verkündete die Stadt Bern in einer Pressemitteilung.

Im Rahmen einer Testplanung und eines anschliessenden Vertiefungsstudiums haben die Planungspartnerinnen gemeinsam mit Fachleuten die städtebauliche Vision für das Gelände entwickelt. Diese besteht aus einem Hochhauscluster mit drei in der Höhe abgestuften Bauten westlich des Autobahnviadukts und einem Neubau östlich von diesem, der sich hinsichtlich seiner Höhe am angrenzenden Quartier orientiert. Gleichzeitig haben die Stadt Bern und die Grundeigentümerinnen die künftigen Spielregeln für die Arealentwicklung in einer Charta festgehalten.

In der ersten Phase der Testplanung soll die städtebauliche und architektonische Gestaltung des Gesamtareals festgelegt, in einer zweiten Phase das Richtprojekt für das Baufeld mit dem neuen Unternehmenshauptsitz von Energie Wasser Bern erarbeitet werden. Ziel von Energie Wasser Bern ist, den neuen Hauptsitz Ende 2024 beziehen zu können. Für den Teilbereich BLS steht ein weiteres Qualitätssicherungsverfahren an. Parallel dazu erarbeitet die Stadt Bern eine Überbauungsordnung, die voraussichtlich Anfang 2022 der Stadtberner Stimmbevölkerung zur Abstimmung vorgelegt wird.

Das Freiraumkonzept legt auch zahlreiche Nutzungen unter dem Viadukt der Autobahn 12 fest. (Skizze © Stadt Bern)

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