Zahlbare Wohnungen in Zürich West

Jenny Keller
6. Juli 2017
Die Visualisierungen zeigen den Stand zum Zeitpunkt des Wettbewerbs. Bild: Morger Dettli Architekten AG, Basel

Die Stadt Zürich hat die Projektierungsarbeiten für das Tramdepot Hard und der Wohnsiedlung darüber wieder aufgenommen, nachdem offene Finanzierungsfragen geklärt worden sind.

2013 hatte der Gemeinderat für den Wettbewerb und die Projektierung des Tramdepots und der Wohnsiedlung auf dem Areal Depot Hard 13,2 Millionen Franken mit Vorbehalt bewilligt. Wegen der komplexen Bauaufgabe forderte er den Stadtrat auf, das Projekt und die Kosten während der Projektierungsphase nochmals zu prüfen. Das Ergebnis der Prüfung ist positiv, und das Amt für Hochbauten hat die Planung wieder gestartet.

2015 haben Morger Dettli (das Büro hat sich mittlerweile aufgeteilt in Morger Partner Architekten und Fortunat Dettli) zusammen mit Ulaga Partner und mit Schönholzer + Staufer Landschaftsarchitekten den Wettbewerb um den Neubau des Tramdepots Hard und einer Wohnsiedlung darüber vor elf anderen Teams  gewonnen. Das Siegerprojekt überzeugte mit zwei Wohntürmen, die mit den benachbarten Escher-Terrassen von e2a Architekten und dem Swisscom-Tower ein Ensemble bilden. So steht es im Jurybericht von damals. Ausserdem wurden dank der vorgeschlagenen Hochhausvariante 221 statt der geforderten 184 Wohnungen untergebracht. Diese werden nach dem Grundsatz der Kostenmiete vermietet.

Die Erstellung von subventionierten Wohnungen sei an dieser Lage nicht möglich, schreiben Hochbau- und Finanzdepartement der Stadt Zürich in ihrer Mitteilung weiter. Dies, weil die Wohnungen über dem Sockel des Depots gebaut werden und weil an einen Hochhausbau besondere Anforderungen gestellt werden. Und fast schon entschuldigend steht in der Mitteilung, dass die Mietzinse in einem für den gemeinnützigen Wohnungsbau eher höheren Preissegment liegen. (2300 Franken netto pro Monat für eine 4-Zimmer-Wohnung). Also Peanuts verglichen mit Wohnungen vis-à-vis.

​Ab 2024 kann mit der Fertigstellung des Projekts gerechnet werden. Eines ist sicher: sollten die Wohnungen dann noch immer zu dem Preis auf den Markt kommen, wird die Schlange an den Besichtigungstagen länger sein als die an einem Freitagabend vor einem Club in der Nachbarschaft.

Bild: Morger Dettli Architekten AG, Basel
Modellbild: Luca Zanier

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