Der dritte Streich

Elias Baumgarten
27. Januar 2021
Für die Romands Adrien Comte und Adrien Meuwly ist der Foundation Award 2021 bereits der dritte Nachwuchspreis innert kurzer Zeit. Die Qualität ihrer Gestaltungen, aber auch ihre rasche Entwicklung und hohe Produktivität beeindrucken reihum. (Foto © Comte/Meuwly)

Adrien Comte und Adrien Meuwly starten so richtig durch: Jetzt haben sie auch beim Foundation Award 2021 abgeräumt. Wir gratulieren herzlich!

Seit 2010 wird der Foundation Award vergeben – in diesem Jahr bereits zum elften Mal. Hinter dem Nachwuchspreis stehen neben dem Software-Distributor ComputerWorks aktuell das Schweizerische Architekturmuseum S AM, die Architekturzeitschrift Hochparterre, die Swissbau, HP Schweiz, der Kultursender arttv.ch und Swiss-Architects.com. Gemeinsam möchten wir den Schweizer Architekturnachwuchs fördern und junge Talente beim erfolgreichen Start ihrer Karriere nach Kräften unterstützen. Der Preis ist eine Erfolgsgeschichte – es erfüllt uns mit grossem Stolz, dass alle Sieger*innen, aber auch sämtliche Zweit- und Drittplatzierte über die Jahre zu wichtigen Mitgliedern der Schweizer Architekturszene gereift sind. Weil mit dem Foundation Award zuvorderst die Haltung der Preisträger*innen gewürdigt wird und ihre Fähigkeit diese zu kommunizieren, freut uns besonders, dass sich etliche Gewinner*innen und Platzierte zu Wortführern entwickelt haben – so etwa Friederike Kluge und Meik Rehrmann (Alma Maki), Stefan Oeschger, Philippe Jorisch und Michael Metzger (JOM) oder auch Nina Cattaneo und Pascal Marx (ruumfabrigg), um stellvertretend nur drei anzuführen.

Die bisherigen Gewinner*innen sowie Zweit- und Drittplatzierten im Überblick:
 
Foundation Award 2021
Sieger: Comte/Meuwly, Zürich
2. Rang: Solanellas Van Noten Meister, Zürich
3. Rang: Oekofacta, Winterthur
 
Foundation Award 2020
Sieger: TEN, Zürich
2. Rang: ruumfabrigg, Obstalden und Zürich
3. Rang: studio komaba, Zürich
 
Foundation Award 2019
Sieger: Studio Barrus, Zürich
2. Rang: Leuthold von Meiss Architekten, Zürich
3. Rang: luna productions, Deitingen
 
Foundation Award 2018
Sieger: Alma Maki, Basel
2. Rang: Kummer / Schiess Architekten, Zürich
3. Rang: AM Architects, Luzern
 
Foundation Award 2016
Sieger: JOM Architekten, Zürich
2. Rang: lilitt bollinger studio, Basel
3. Rang: Jaeger Koechlin Architekten, Basel
 
Foundation Award 2015
Sieger: Alder Clavuot Nunzi Architekten, Soglio
2. Rang: G O A Gerber Odermatt Architekten, Zürich
3. Rang: Haltmeier Kister Architektur, Zürich
 
Foundation Award 2014
Sieger: Focketyn del Rio Studio, Basel
2. Rang: camponovo baumgartner architekten, Zürich
3. Rang: Atelier Hirschbichler, Zürich
 
Foundation Award 2013
Sieger: Demuth Hagenmüller & Lamprecht Architekten, Zürich
2. Rang: huber waser mühlebach architekten, Luzern
3. Rang: Thomas Schlichting Architetto, Lugano.
 
Foundation Award 2012
MJ2B Architekten, Murten
 
Foundation Award 2011
Felippi Wyssen Architekten, Basel
 
Foundation Award 2010
kit | architects, Zürich
Die Sieger

In diesem Jahr geht der Foundation Award an Adrien Comte und Adrien Meuwly. Newcomer sind die beiden Westschweizer, die mittlerweile in Zürich arbeiten, nicht mehr so recht: Voriges Jahr heimsten sie bereits die «Wilde Karte» und das «Kaninchen», die beiden Nachwuchspreise der Zeitschrift Hochparterre, ein. Die Jury überzeugte die grosse Schaffenskraft der beiden sowie vor allem die Vielfalt und Qualität ihrer Gestaltungen. In dem kurzen Zeitraum, der zwischen den Auszeichnungen durch Hochparterre und ihrer Ehrung mit dem Foundation Award lag, konnten sie ihre rasante Entwicklung fortsetzen und weitere überzeugende Arbeiten abliefern. Ihr schnell wachsendes Werk umfasst das grossartige Fotoprojekt «Daily Life Love» genauso wie einen gelungenen Gartenkiosk im Val-de-Travers, der zusammen mit MacIver-Ek Chevroulet entstanden ist, und die Lampenserie «Bend it like it’s hot!».

Sehen Sie das Videoporträt der Sieger von arttv.ch

Comte/Meuwly, «Daily Life Love» (Fotos © Comte/Meuwly)
Solanellas Van Noten Meister sind von links nach rechts Angel Solanellas, Marianne Meister und Camiel Van Noten. (Foto © Solanellas Van Noten Meister)
Die Forscher

Der zweite Preis geht an Solanellas Van Noten Meister. Das internationale Team forscht in seinem Zürcher Atelier Kōbō, das es mit Künstler*innen, Designer*innen und Gewerbetreibenden teilt, an Materialien und befasst sich mit Fügetechniken. Seine Experimente übersetzt es in erfrischende Projekte: In Winterthur haben die Architekt*innen beispielsweise poppige Musikateliers gebaut und mit selbstgefertigten Fliesen in 21 unterschiedlichen Blautönen verkleidet.

Solanellas Van Noten Meister experimentieren mit Materialien und Handwerkstechniken. (Foto © Solanellas Van Noten Meister)
Saikal Zhunushova betreibt in Winterthur das Büro Oekofacta. (Foto © Saikal Zhunushova)
Die Idealistin

Das Podium wird komplettiert durch die Architektin Saikal Zhunushova aus Kirgistan. Mit ihrem Büro Oekofacta hat sie sich erfolgreich in der Schweiz etablieren können – eine Leistung, die sehr hoch einzuschätzen ist. Beeindruckt hat die Jury neben ihrer idealistischen Haltung besonders ihr Umbau eines Flarzhauses. Ihre Heimat vergisst sie auch in der fernen Schweiz nicht: Über Handwerksaufträge, Workshops und Seminare verbindet sie beide Länder miteinander und bringt einen wertvollen Austausch in Gang.

Oekofacta, Umbau eines Flarzhauses (Foto © Saikal Zhunushova)

Die Jury des Foundation Award 2021
Elias Baumgarten, Chefredaktor Swiss-Architects.com
Scott Lloyd, Architekt bei TEN, Gewinnerbüro 2020
Palle Petersen, Redaktor Hochparterre
Andreas Ruby, Direktor des Schweizerischen Architekturmuseums S AM
Annette Spiro, Architektin und Professorin an der ETH Zürich
Selina Walder, Architektin bei Nickisch Walder in Flims


Romana Castiglioni, Alexia Sawerschel und Besa Zajmi (Sudio Barrus) gewannen den Foundation Award 2019. Wir haben sie im Frühjahr 2020 zum Interview getroffen und gefragt, wie es ihnen seit der Auszeichnung ergangen ist.

Philippe Jorisch, Partner beim einstigen Foundation-Award-Gewinner JOM, nahm an der vierten Runde unserer D-A-CH-Gespräche teil. Lilitt Bollinger, Zweiplatzierte im Jahr 2016, diskutierte bei der ersten Ausgabe mit.

Lilitt Bollinger präsentierte im Rahmen unserer Veranstaltung «Eure Besten» im Zürcher Landesmuseum ihren Umbau des ehemaligen Weinlagers von Nuglar. Das Projekt war eines der zehn beliebtesten an unserer Leserwahl zum Bau des Jahres 2019.

Etliche Gewinner*innen haben ihre Projekte schon in unserer Rubrik Bau der Woche vorgestellt.

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